| Bericht über die EcoMujer-Reise nach Kuba im März 2004 |
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| Freitag, den 17. Dezember 2004 um 20:25 Uhr | |||
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Ein Bericht von Corri Tigges Liebe Frauen, liebe Leserinnen und Leser der EcoMujer-Seiten, liebe Interessierte, Erst einmal: schön, dass Sie bzw. Du den Weg auf diese Seiten gefunden haben/hast und vielen Dank. Ganz nach dem (schon so häufig bemühten und bereits ein wenig abgenutzten) Motto: „Besser spät als nie“, habe auch ich mich endlich einmal dazu durchgerungen, meinen vielfach versprochenen Bericht zu der EcoMujer-Reise im Frühjahr diesen Jahres in eine, wie auch immer geartete, Schriftform zu bringen. Sicherlich mit dem Ziel, diese meine Erlebnisse auf diese Weise auch Menschen nahe zu bringen, die sich, rein zufällig, nicht in meinem, eher geographisch bedingten, Umfeld bewegen. Der Anlass, dieses schon lang gehegte Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen, war und ist die aktuelle Fertigstellung meines Films über Kuba bzw. über die Themen, die mich im Zusammenhang mit meiner Kubareise im März diesen Jahres interessiert und beschäftigt haben. Aus diesem Grund möchte ich diesen Bericht mit den Inhalten des Films beginnen, um im Anschluss daran etwas zu mir und meinen Motiven hinsichtlich der im Film angesprochenen Thematik zu sagen. Darüber hinaus werde ich meine persönlichen Eindrücke von dieser Reise schildern und zu guter Letzt einen informativen und faktischen Einblick bzw. Überblick zu den im Film angesprochenen Themen geben. Der Titel des Film heißt: Heiße Erde bzw. auf Spanisch: Tierra Caliente Er beschäftigt sich mit den Themen Homosexualität, AIDS und Prostitution, als Herausforderung für Cuba. Er ist auf Mini-DV gedreht, knapp 28 Minuten lang und 2004 in Kuba (gedreht)und Deutschland (geschnitten) entstanden. Es ist ein Film von Volker Hoffmann, der nicht nur mein bester Freund ist, sondern auch Kameramann, Dokumentarfilmer und Lateinamerikaspezialist. Und von mir, die ihn von der Konzeption und der Umsetzung eines solchen Films überzeugen konnte, denn geplant war ein solches „Projekt“ vor Antritt der Reise erst einmal nicht. Warum habe ich ein Interesse für die Themen Homosexualität, AIDS und Prostitution? Neben dem persönlich motivierten Hintergrund ist es darüber hinaus notwendig, fundierte Fach- und Sachkenntnisse zu erarbeiten. Insbesondere vor dem Hintergrund eines Engagements auf internationalem Parkett. Das soll soviel heißen wie, dass „Betroffenheit“ alleine nicht ausreichend ist, um eine politische Arbeit hinsichtlich dieser Thematik weiter zu entwickeln und voran zu treiben. Der Serostatus macht einen eben nicht, entgegen manch polarisierter und beizeiten weit verbreiteter Ansichten, besonders schlau oder doof. Menschen mit HIV und AIDS sind insgesamt eher als ein Teil der Lösung, denn als Problem im weltweiten Kampf gegen AIDS, zu betrachten. Aber natürlich nicht um jeden Preis. Das macht, um es vorweg zu nehmen, insbesondere Kuba mit seinem Umgang mit AIDS im wahrhaftig positiven Sinne, deutlich. Warum Kuba? Warum im Zusammenhang mit diesen Themen? Die Idee war geboren und hat mich nicht mehr los gelassen: Wie geht ein Land, bzw. eine Insel mit der Problematik AIDS um, aus dem die Menschen nur bedingt weg kommen? Welche Probleme ergeben sich aus dem Tourismus, als mittlerweile Devisenbringer Nr. 1? Welche zunehmende Rolle spielt dabei die Prostitution? Wie behandelt Kuba Menschen mit HIV und AIDS im Rahmen eines in ganz Lateinamerika und USA vorbildlichen Gesundheitssystems? Welche Präventionsstrategien verfolgen sie? Meine daraus erwachsene Zielformulierung hinsichtlich Kuba ist es, in den Dialog zu treten. Wie können gute Ansätze in Medizin, Gesundheit und Prävention erhalten werden? Was kann aber dennoch verbessert werden? Insbesondere in Bezug auf Tabuthemen wie Homosexualität und Prostitution? Von welchen Konzepten können wir in der westlichen Welt profitieren und welche Ansätze können wir Kuba vermitteln? Die EcoMujer-Reise im März 2004 – Persönliche Eindrücke Nach einigen Missverständnissen bezüglich der nach Kuba „einzuschleppenden“ Themen, habe ich vor Ort, in Kuba, eine Situation vorgefunden, von der ich wahrscheinlich mein Leben lang schwärmen und vor allem aber profitieren werde. Selbst, wenn ich das vergessen sollte, wird mich diese Situation in sofern begleiten, als sie einen tatsächlichen und ganz und gar realistischen Einfluss auf mein weiteres Leben genommen hat. Aus irgendeinem Grund durfte ich zu meinen Themen reden. Aufgrund mangelnder Vorbereitung war diese Vorstellung meinerseits zwar nicht ganz so, wie ich mir einen solchen Auftritt vorgestellt hätte, vor allem dramaturgisch und rhetorisch gesehen, aber immerhin hat es dazu geführt, dass das Thema AIDS seit diesem Zeitpunkt allgegenwärtig war. Nicht nur mir wurden Besichtigungen in Sanatorien, Gespräche mit Verantwortlichen der AIDS-Zentren und mit HIV-Positiven ermöglicht. Nein, die ganze Gruppe wurde über einen Zeitraum von zwei Wochen ständig und immer wieder mit dieser Problematik konfrontiert. Es „hagelte“ Vorträge, Pressegespräche und Informationsmaterial. Unglaublich. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war fast ein wenig überfordert und am Ende war es mir gegenüber den deutschen Eco-Frauen sogar fast ein bisschen peinlich, dass dieses Thema so eingeschlagen hatte, dass wirklich Keine und Keiner mehr daran vorbei kam. Ob sie oder er es wollte oder nicht. Das Thema AIDS wurde sozusagen verordnet. Die Tatsache, dass sich EcoMujer schon seit vielen Jahren in Kuba engagiert und erfolgreiche Projekte, wie z.B. das Schulhofprojekt, durchführt, hat mir den Eintritt in ein inhaltliches und reales Kuba hinsichtlich meiner Themen verschafft. EcoMujer hat mir damit sozusagen die Umsetzung meines Wunsches, ja meines vermeintlichen Ziels, ermöglicht. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Frauen bedanken. Durch das Engagement und das Netzwerk von EcoMujer bin ich heute in der Lage, auf eigenen Beinen zu stehen, mir eigene Netzwerke hinsichtlich meiner bevorzugten Thematik zu erschließen. Tatsächlich konnte ich in den, von mir so sehr gewünschten, Dialog treten. Durch den Einstieg über die EcoMujer-Reise konnte ich gemeinsam mit meinem Freund Volker in der letzten Woche meiner Reise das Filmprojekt realisieren und bin, wo immer ich war, freundlich und offen aufgenommen worden. Bereitwillig gaben uns die Menschen Interviews. Bis heute besteht ein intensiver Austausch über diese Themen. Vielmehr noch: aus dem einstigen Verhältnis zwischen uns, den Interviewern und den Interviewten, hat sich eine persönliche, ja sogar familiäre und sehr private Beziehung entwickelt. Nun ist es an uns, damit sensibel und verantwortlich umzugehen.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 05. September 2006 um 20:55 Uhr |

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