Die letzte Reise von EcoMujer nach Kuba anlässlich unseres 20-jährigen Bestehens im Jahr 2016 liegt nun fast ein Jahrzehnt zurück. In der Zwischenzeit haben die Corona-Jahre den Tourismus in Cuba stark beeinträchtigt, und die Zusammenführung der beiden Währungen hat zu einer hohen Inflationsrate geführt. Zudem hat die Regierung Trump die Finanz-, Wirtschafts- und Handelsblockade verschärft, und Hurrikans haben erhebliche Schäden in der Landwirtschaft angerichtet.

Cuba steht vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Mangel an Energie und Treibstoff ist gravierend, was leider zu einer hohen Auswanderungsquote unter jungen, gut ausgebildeten Menschen führt. Häufige Stromabschaltungen, die mehrere Stunden andauern können, erschweren den ohnehin schon komplizierten Alltag der Kubaner*innen zusätzlich.

Umso mehr benötigen die Menschen unsere Solidarität sowie moralische und finanzielle Unterstützung. Unsere EcoMujeres in Pinar del Río berichten, wie wichtig diese Hilfe ist, um die extreme Mangelsituation zu überstehen und die Hoffnung nicht zu verlieren.

Deshalb reisen wir am 18. November 2025 mit mehreren Frauen nach Cuba, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen und unsere compañeras von EcoMujer in Pinar del Río zu treffen. In Cuba geht es tatsächlich ums Überleben: Der Mangel an erschwinglichen Nahrungsmitteln und Medikamenten ist groß. Daher werden wir in erster Linie Projekte besuchen, die zur Ernährungssicherung beitragen.
Auf dem Kongress „Convocatoria Evento Magedes“ an der Universität von Consolación del Sur werden wir mit zwei Vorträgen vertreten sein und spannende Beiträge zu den Themen Nachhaltigkeit, lokale Entwicklung und Ernährungssouveränität hören und diskutieren.

Ein weiterer Halt auf unserer Reise wird Sancti Spíritus sein. Das Projekt „Semillas de amistad – Samen der Freundschaft“ ist eine Kooperation zwischen der dortigen Universität und der Hochschule für Nachhaltigkeit in Eberswalde bei Berlin. Im Rahmen eines studentischen Austauschs geht es darum, theoretisch und praktisch voneinander zu lernen, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Gartenbau.

Als feministisches Projekt interessiert uns auch, wie Cuba Frauen, die Gewalt erfahren haben, unterstützt. Wir hoffen, mit dem cubanischen Frauenverband FMC ins Gespräch zu kommen.
In Havanna steht das humanitäre Projekt Quisicuaba auf unserem Programm, das 30 Teilprojekte umfasst, die sich mit Essensausgaben, der Unterstützung von misshandelten Frauen, Kulturinitiativen und Landwirtschaftsprojekten für Obdachlose zur Selbstversorgung beschäftigen.

Wir sind sehr gespannt auf die Reise und freuen uns darauf, nach unserer Rückkehr viel zu berichten!