Projekte

Familiengärten und „Mapa Verde“

Ecomujer unterstützt das Projekt der Familiengärten m Stadtteil Montequin, Pinar del Río

Das Projekt zielt darauf ab, durch Umweltmanagementmaßnahmen im Rahmen der Methode „Mapa Verde“ die Ernährungssicherheit und Klimaresilienz von Familien im Stadtteil Montequin zu stärken. Montequin gehört zum Volksrat „10 de Octubre“ in der Gemeinde Pinar del Río und ist besonders von den Auswirkungen des Klimawandels und extremer Wetterereignisse betroffen.

Umgesetzt wird das Projekt von EcoMujer in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Im Mittelpunkt stehen Familiengärten sowie Gärten an öffentlichen Einrichtungen, die zur Selbstversorgung beitragen und gleichzeitig ökologische Funktionen erfüllen. Durch Schulungen, fachliche Begleitung und gemeinschaftliche Planung werden die Bewohner*innen befähigt, ihre Gärten klimaangepasst zu gestalten und nachhaltig zu bewirtschaften.

Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts ist die Milderung der Folgen des Hurrikans Ian. Die Maßnahmen tragen zur Wiederherstellung beschädigter Vegetation bei und sichern die Nahrungsmittelversorgung der betroffenen Familien. Gleichzeitig fördern sie langfristige Anpassungsstrategien an den Klimawandel.

Ergebnisse und Wirkung

  • Verbesserung der Ernährungssicherheit durch die Wiederbelebung und den Ausbau von Familien- und Schulgärten
  • Wiederherstellung von Vegetation und landwirtschaftlichen Flächen nach klimabedingten Schäden
  • Stärkung lokaler Kompetenzen im Bereich nachhaltiger Landwirtschaft und Umweltmanagement
  • Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Gemeinden gegenüber Extremwetterereignissen

Der umgesetzte Aktionsplan hat sich als wirksam erwiesen. Die Methode „Mapa Verde“ bewirkt nachhaltige positive Veränderungen auf Gemeindeebene und trägt messbar dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels und die Folgen extremer Wetterereignisse zu reduzieren.

Stärkung internationaler Frauenallianzen für lokale Klimaschutzlösungen

Vom 1. bis 4. März 2023 fand in Havanna ein internationaler Workshop unter dem Titel „Mit lokaler Kraft die Krise überwinden“ statt. Ziel des Projekts war es, Allianzen zwischen Fraueninitiativen aus Kuba und Mexiko zu stärken und praxiserprobte, naturbasierte Lösungsansätze für Klima- und Versorgungskrisen auszutauschen.

Beteiligt waren das kubanische Netzwerk Ando Reforestando, Vertreterinnen des mexikanischen Frauennetzwerks Ecoaldea Bosque de Agua sowie kubanische EcoMujeres. Die Koordination übernahm Sandra Bárbara Rodríguez Ribalta. Das Projekt wurde unterstützt und kofinanziert von En Buenas Manos e. V. und den deutschen EcoMujeres.

Im Mittelpunkt standen lokale Kreislaufmodelle für Ernährung, Energie, Bauen und Sanitärversorgung, die auf ein Leben im Einklang mit der Natur abzielen. Der Workshop verband Erfahrungsaustausch, Projektbesuche in Stadtvierteln im Wandel und praktische Umsetzung.

Ein konkretes Projektergebnis war der gemeinsame Bau einer ökologischen Trockentoilette in El Cristo sowie die anschließende Übertragung des Modells in einen Gemeinschaftsgarten in Consolación del Sur (Pinar del Río). Begleitend fanden Schulungen zu Bau, Nutzung, Wartung und hygienischer Anwendung statt.

Wirkung

  • Stärkung internationaler Netzwerke von Frauen im Umwelt- und Klimaschutz
  • Wissens- und Methodentransfer zu kreislauforientierten, ressourcenschonenden Lösungen
  • Konkrete Pilotprojekte mit direktem Nutzen für Gemeinden
  • Grundlage für weitere solidarische Kooperationen

Arboretum Dr. Armando J. Urquiola Cruz

Foto: © Gabriele Senft

Das Arboretum Dr. Armando J. Urquiola Cruz wurde im März 2013 an der Pädagogischen Hochschule in Pinar del Río feierlich eröffnet, die heute Teil der Universität ist. Es trägt den Namen des kubanischen Biologen und Hochschullehrers Dr. Armando J. Urquiola Cruz, dessen wissenschaftliches und pädagogisches Wirken die Umweltbildung in Kuba nachhaltig geprägt hat.

Kuba beherbergt rund 3.000 endemische Pflanzenarten. Einige von ihnen, insbesondere Arten aus der Provinz Pinar del Río, werden im sogenannten „Bioterío“ des Arboretums gesammelt und gepflegt. Die Anlage dient vor allem der wissenschaftlichen Arbeit mit Studierenden und ist zugleich ein wichtiger Lernort für Schüler\*innen. Auf dem Gelände befindet sich ein kleines Gebäude mit geologischen Exponaten, das – ebenso wie ein großer Teil der Bepflanzung – 2008 durch den Hurrikan „Gustavo“ zerstört und später wieder aufgebaut wurde.

Heute ist das Arboretum ein Ort des Lernens in Theorie und Praxis, an dem Umweltbildung, Forschung und praktischer Naturschutz miteinander verbunden werden. Seit vielen Jahren wird das Projekt von Frauen aus Kuba und Deutschland unterstützt, die insbesondere nach schweren Hurrikanschäden maßgeblich zum Wiederaufbau des Bioteríos beigetragen haben.

Dr. Armando J. Urquiola Cruz verstarb am 13. August 2009 in Pinar del Río an den Folgen einer schweren Erkrankung. Das Arboretum bewahrt sein wissenschaftliches Erbe und setzt sein Engagement für den Schutz der kubanischen Natur und eine praxisnahe Umweltbildung fort.

Ein Beamer für das Bioterio in Pinar del Río – endlich angekommen

Nach fast zwei Jahren intensiver Spendensammlung konnten die Frauen von EcoMujer den EcoMujeres in Pinar del Río einen lange gehegten Wunsch erfüllen: einen besonders lichtstarken Beamer für den Einsatz an der Universität.

Das Gerät wurde bereits vor längere Zeit angeschafft, doch der Transport nach Kuba erwies sich als große Herausforderung. Zahlreiche Zollformalitäten, notwendige Bestätigungen aus Kuba, sichere Verpackung sowie die pandemiebedingten Reiseeinschränkungen verzögerten die Lieferung erheblich.

Die Lösung kam schließlich durch die Humanitäre Cuba Hilfe (HCH) aus Bochum, die ein Hilfsschiff nach Kuba entsandte. Dank freiem Platz an Bord konnte der Beamer mit den Hilfsgütern verschifft werden. Anfang 2022 erreichte das Gerät schließlich sein Ziel und wurde den EcoMujeres in Pinar del Río übergeben.